Der Atem ist unser wichtigstes LebensMittel.
Als Neugeborene atmen wir instinktiv tief und ruhig. Im Laufe des Lebens geht jedoch vielen Menschen der Zugang zu diesem natürlichen Atmen verloren. Stress, Hektik, stundenlanges Sitzen führen zu flacher, hastiger Atmung. Anstatt die Lungen und den Blutkreislauf ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen und Giftstoffe auszuscheiden wird lediglich verbrauchte Luft in den Atemwegen hin und hergeschoben. Sauerstoffmangel, Müdigkeit, Konzentrationsschwächen sind die Folgen.
In östlichen Kulturkreisen sind seit Jahrtausenden Atemübungen bekannt, die auf ruhiges, fließendes Atmen abzielen und den Menschen so in Einklang mit sich und der Umwelt bringen sollen.
Im westliche Kulturkreis wurde die Bedeutung des Atems erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder erkannt. Die Lehre des erfahrbaren Atems nach Prof. Ilse Middendorf, die Atem- und Stimmschulung nach Schlaffhorst und Andersen, die Körper- und Atemarbeit nach Elsa Grindler, um hier nur einige zu nennen, beschäftigen sich mit der Wiederherstellung der natürlichen Vollatmung. Dies geschieht über ein stufenweises Heranführen, beginnend mit dem Spüren des eigenen Atems. Muskelverspannungen, die die Atmung blockieren werden durch Entspannungs- und Bewegungsübungen gelöst, damit der Atem frei fließen kann. Durch Nasenatmung wird eine verlangsamte, vertiefte Atmung bewirkt, das Zwerchfell wird trainiert, der gesamte Atemraum - Brustraum, Bauch, Flanken, Rücken - wird ausgefüllt.
Der natürliche dreiteilige Atemrhythmus, Einatmen - Ausatmen - Pause, wird unterstützt. Gestresste Menschen haben oft nur einen zweiteiligen Rhythmus, es fehlt die Ruhephase. Man gerät aus dem Gleichgewicht.
Wie wir atmen so leben wir…
Unsere Atmung ( Atemtiefe und -ryhythmus) reflektiert unseren körperlich-seelischen Zustand:
Wir atmen erleichtert auf, wenn wir eine Herausforderung gemeistert haben; uns stockt der Atem vor Schreck; wir schnauben vor Wut…
Die Atmung läuft unbewusst ab, kann aber auch bewusst beeinflußt werden, d.h. wir können uns über unsere Atmung selbst beruhigen und entspannen und dadurch auch gelassener mit Stresssituationen umgehen.
Was dem Atem gut tut - natürliche Atemimpulse
Lachen, Gähnen, Niesen sind 3 heilige Handlungen (Heraklit)
Singen - unterstützt den natürlichen Atemrhythmus und macht gute Laune.
Lachen - eine der besten Atem- und Stimmübungen. Entspannt und trainiert das Zwerchfell.
Gähnen, Seufzen - Das tiefe Einatmen und das langsame Ausatmen lösen Verspannungen und fördern die Sauerstoffzufuhr.
Julia Volland