Archiv für November 2008

Mit Coaching durch die Krise?

Freitag, 28. November 2008 von Carsten Gans

Nach einer Umfrage der internationalen Personalberatung LAB Lachner Aden Beyer & Company in Kooperation mit der Zeitschrift „Wirtschaftswoche“ unter Führungskräften der ersten und zweiten Hierarchieebene halten 95% von 407 Teilnehmern Coachings für sinnvoll. Davon haben allerdings bisher nur 55% Erfahrungen mit Coachings gemacht, 31% planen im nächsten Jahr, die Unterstützung durch einen Coach zu suchen.

Warum haben dann so viele das sinnvolle Coaching noch nicht genutzt? Die Antwort der Befragten: die Manager kennen keine passenden Angebote oder haben keine Zeit.

Sind das Ausreden oder zeigt es einfach nur, dass Top-Manager wider besseren Wissens oder Gefühls nicht das tun, was sie für sinnvoll halten? – So oder so – bedenklich.

Mit besten Grüßen, Carsten Gans.

Coaching inflationär……….

Freitag, 28. November 2008 von Rolf Söder

Der Begriff “Coaching” und der Titel “Coach” sind gerade en vogue. Da es keinen Schutz in Form eines Patentes oder Gebrauchsmusterschutzes gibt, kann jeder den Begriff verwenden, wie er es möchte. Hier ein paar Beispiele:

- Kalorien-Coach

- Dog-Coach

- Haus-Coach

- Haustier-Coach

- Schulden-Coach

- Auto-Coach

- Garten-Coach

- uvm…………

Ich frage mich, wie man beispielsweise einen Garten coacht? Wie macht man die Problemklärung und die Kontaktbildung?

Sind Sie auch schon auf den Begriff Coach gestoßen und fagen sich was es mit Coaching zu tun hat? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

Ist Coaching die “Hohe Kunst” des Führens?

Dienstag, 25. November 2008 von Waltraud Wagner

- aus der Erstarrung in die Bewegung?

- aus der Unsicherheit in die Sicherheit?

- aus der Verwirrung in die Klarheit?

Der Coach führt seinen Coachee in einen Prozeß und überwacht dessen Verlauf und Gelingen. Der Coach bietet seinem Coachee einen”Spielraum” innerhalb dessen sich dieser  bewegen kann. Dieser Spielraum expandiert, wenn der Coach das Potential und die Ressourrcen des Coachees zum Leben erweckt.

Der Coachee erschafft sich im Laufe des Coachingprozesses seine eigene Schatztruhe.

Warum unsere Kinder Tyrannen werden

Mittwoch, 19. November 2008 von Waltraud Wagner

“Warum unsere Kinder Tyrannen werden” von Michael Winterhoff

Kleinkinder außer Rand und Band, Zehnjährige, für die Respekt vor Eltern und Lehrern ein Fremdwort ist, 17-jährige, die nicht mehr arbeitsfähig sind -Kinder an die Macht?

Gesellschaftliche Fehlentwicklungen und eigene Probleme von Erwachsenen verhindern, sich abgegrenzt und strukturierend gegenüber dem Kind zu verhalten und diesem dadurch eine normale Entwicklung seiner Psyche zu ermöglichen. Die Erwachsenen kompensieren unbewußt eigene Bedürfnisse über das Kind und verhindern somit, dass dieses sich zu einem glücklichen Mitglied der Gesellschaft entwickeln kann.

Michael Winterhoff zeigt in seiner überraschenden wie erschreckenden Analyse diesen emotionalen Missbrauch unserer Kinder auf und belegt ihn mit vielen Beispielen. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Nur wenn unsere Kinder wieder wie Kinder behandelt werden, können sie in einem positiven Sinne lebensfähig werden.

Selbst-Coaching oder die Kunst, sich selbst die richtigen Fragen zu stellen - Erkenntnisse aus der Finanzkrise - philosophisch und konkret

Donnerstag, 13. November 2008 von Carsten Gans

Was ist es eigentlich, was mich dazu motiviert, jeden Tag eine überregionale Zeitung aus Frankfurt zu lesen – welchen Nutzen habe ich davon, welches sind meine Motive, die mich dazu bewegen? Ich komme gleich zum wichtigsten: Es ist der Versuch, Muster zu erkennen, die den eigenen Lebensentwurf bestätigen, diesen erweitern oder womöglich ändern. – Eine Art Feinjustierung für eigene Grundsätze, Werte und daraus resultierendes Handeln.

Heute war es wiedereinmal soweit. Im Blättchen – Feuilleton – der FAZ hat Nassim Nicholas Taleb, Autor des Buches „Der schwarze Schwan“ und Chef einer Investment-Firma in den USA, in einem Interview seine Ansichten und Erklärungen für die aktuelle Finanzkrise veranschaulicht, nachdem er bereits 2002 einen Zusammenbruch der Finanzsysteme vorhergesehen hatte. Als Gründe, die dazu führten, sieht er unter anderem die Täuschung unseres Wissens und übermäßiges Selbstvertrauen. - Wie kommt er dazu?

Taleb hat als Richtlinie für sein privates und berufliches Handeln, so robust wie möglich zu sein. Wesentliche Schritte, das zu erreichen, sind:

-         Die Erkenntnis, dass wir die Welt, in der wir leben, nicht verstehen können. Wir haben keine Ahnung, wie mit dem Wissen umzugehen ist, und wir überschätzen uns dabei.

-         Als Konsequenz daraus, sollten wir für uns unbegreifliche Systeme nicht oder nur in Notfällen antasten.

Er sagt: „Wir sollten uns so genauso verhalten, wie unsere Vorfahren es getan haben“. Diese zunächst sehr fortschrittsfeindliche mit Sicherheit unpopuläre Satz scheint mir eine von mehreren guten Richtungsangaben zu sein.

Dazu passt auch folgender Satz: „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“ – einer von vielen Annahmen, die bereits seit vielen Jahren überliefert werden. – Wenn eine Annahme oder eine Regel sich solange halten kann, sollte man annehmen, dass darin ziemlich viel Wahrheit oder Weisheit steckt. Heutzutage gibt es eine unüberschaubare Vielfalt an Angeboten und scheinbarem Wissen. Zu erkennen, was davon hilfreich für uns persönlich ist und was davon wahr ist und somit als Richtlinie für das eigenen Handeln dienen kann, scheint immer schwieriger, gar unmöglich zu werden. Deshalb sollten wir dankbar sein für solche Sätze, die ein wenig Ordnung in das Chaos bringen.

Taleb ergänzt: Da unsere Welt geprägt ist von unvollständiger Information, werden wir häufig überrascht – scheinbar Zufälliges zumindest Unvorhergesehenes passiert. Das wird verständlich, wenn wir den Zeitpunkt betrachten, an dem z.B. ein Rind geschlachtet wird. Für das Rind, das über kein Wissen verfügt, ist der Tag der Tage völlig überraschend und scheinbar zufällig, für den Schlachter jedoch geplant. – Diese Zufälle teilt Taleb ein in mediokristane und extremistane. Mediokristane Zufälle sind ungefährlich, da sie keine große Auswirkung haben, während bei extremistanen Ereignissen große Risiken eingegangen werden, weil man in großer Unsicherheit handelt. Dadurch besteht die Gefahr von extremen Auswirkungen. Sein Beispiel: Du kannst über Nacht dein gesamtes Vermögen verlieren aber nicht dein gesamtes Körpergewicht.

Dazu erkenne ich beim Lesen einen weiteren selbst gepflegten Grundsatz, der in Kombination mit den vorigen ein hilfreiches Muster schärfer werden lässt:

„Keine Extreme auf Dauer“. Wenn einmal extrem, dann nur so, dass dadurch wirklich etwas verändert werden kann. Machen wir es wie unsere Natur seit Millionen von Jahren. Keine Extreme, nur von Zeit zu Zeit eine Sintflut, die reinigt und durch neue Meere für neue Lebensräume sorgt. Oder in kürzeren Zeitabschnitten gedacht: Ein Sturm oder Orkan alle paar Jahre sorgt dafür, dass die alten morschen Bäume Platz machen für die jungen, bei mehr Licht und reichlich Humus für das Wachstum. – Um bei der Wald-Metapher zu bleiben: Nachhaltigkeit im Umgang mit den Ressourcen: Nur soviel rausnehmen, wie in der gleichen Zeit im gleichen System neu entstehen kann. Und wenn ich das alleine nicht überblicken kann, lasse ich es einfach oder hole mir Hilfe für den Überblick. Für die eigene Entwicklung ist es hilfreich, von Zeit zu Zeit an die eigene Komfortgrenze reisen, um ein neues Land zu entdecken um dabei die eigene Komfortzone zu erweitern.

Das ist zu einfach? – Einstein soll gesagt haben: „Alles sollte so einfach wie möglich gemacht sein, aber nicht einfacher.“ – Zu einfach wäre es, statt eigene Muster zu entwerfen, einfach die von anderen unreflektiert zu übernehmen, im schlimmsten Fall die von amerikanischen Bankern. – Thomas Jefferson hat als 3. Präsident der USA vor über 200 Jahren bereits gesagt: „Banken sind gefährlicher als stehende Armeen“. – Da scheint etwas dran zu sein.

Wie sehen Sie die Dinge?

Mit besten Grüßen,

Carsten Gans.

Coaching und Auftragsklärung

Dienstag, 11. November 2008 von Rolf Söder

In einer Coaching-Sequenz ist die Phase der Aufträgsklärung eine ganz entscheidende. Nachdem der Coachee sein Problem geschildert hat, hat der Coach noch keinen Auftrag. Das ist ein eigenständiger Schritt, denn dabei wird der “Vertrag” zwischen Coach und Coachee geschlossen.

Daher muss in der Phase Auftragsklärung zum einen definiert werden, was der Coachee verändert haben möchte – und der Coach muss sich im Stande sehen und fühlen, den Auftrag auch anzunehmen.

Während der Auftragsklärung und Kontraktbildung wird aus dem Problem, welches der Coachee hat, ein Ziel oder eine Lösung.

Dazu stellt der Coach etwa Fragen wie:

- Was wäre ein gutes Ergebnis, wenn wir in ein Coaching einsteigen?

- Woran würdest Du merken, dass das Coaching ein Erfolg war?

- Wie würdest Du mir jetzt Dein Ziel beschreiben?

- Was hättest Du gerne anstatt des Problems?

- ……….etc.

Der Coachee beginnt nun seine Ziel-Phantasie zu beschreiben. Dabei ist es sehr wichtig, dass diese positiv beschrieben wird. Oft kommen Sätze wie,

„Ich will keinen Stress mehr haben!“

„Ich will mich nicht mehr ärgern!“

„Ich habe keine Lust mehr der Depp zu sein!“

etc…………..

Der Coachee beschreibt also, was er nicht will und nicht was er stattdessen will! Hier hat der Coach die Aufgabe zu fragen:

„Wenn Du nicht mehr………. willst, was willst Du denn anstatt?“

Dann erhält der Coachee ein klares Zielbild, was elementar wichtig für ein gelungenes Coaching ist. Eine Lösung oder ein Ziel sollte in der Formulierung kein „kein“ und kein „nicht“ enthalten. Das Unbewusste des Menschen kann nicht verneinen, auch das des Coachees nicht. Wenn er sich also das Ziel setzt „Ich will mich nicht mehr aufregen!“ Woran denkt er als erstes………….. klar ans Aufregen!

In der Auftragsklärungsphase kann der Coach für viel Motivation beim Coachee sorgen, in dem er ihn mental schon in die Zukunft schickt, wo das Problem bereits gelöst ist.

Das geschieht durch sinnesspezifische Fragen bezüglich des Zielzustands, also,

- Wie würdest Du Dich fühlen?

- Was würdest Du sehen?

- Was würdest Du hören?

Somit kann der Zielzustand sinnlich attraktiv für den Coachee werden und damit entsteht Veränderungs-Motivation.

Kreativ Denken (1)

Sonntag, 09. November 2008 von Julia Volland

Im beruflichen wie im alltäglichen Leben sind wir stets gefordert  Lösungen für die unterschiedlichsten Probleme und Aufgabenstellungen zu finden. Zuweilen fällt es aber schwer, man steckt in einem Thema fest, befindet sich in einer Denkschleife. Dies liegt oft daran, dass wir Gedanken und Ideen, basierend auf unserem linearen Gewohnheitsdenken, bereits beim Entstehen bewerten oder hinterfragen, nach richtig oder falsch, sinnvoll oder nicht sinnvoll. Durch diese Mechanismen schränken wir uns stark in unserer Kreativität ein. Die Dinge mal aus einer anderen, uneingeschränkteren Perspektive zu beleuchten kann sehr hilfreich sein. Eine Möglichkeit zu neuen Sichtweisen zu gelangen besteht darin, mit Assoziationen zu arbeiten, quer zu denken.  Man nähert sich einem Thema ohne Vorbehalt, lässt spontane, unerwartete Gedanken zu, auch wenn diese im ersten Moment nicht unbedingt Sinn zu machen scheinen.

Bilden von Assoziationsketten.

1. Definieren eines Themas, das bearbeitet werden soll.

2. Assoziieren von 4 Begriffen, die spontan zu diesem Oberbegriff auftauchen.

3. Oberbegriff ausblenden und jeweils 2 der gefundenen Begriffe auf sich wirken lassen.

4.Nun die beiden letzten Begriffe als Grundlage für Assoziationen nehmen. Welcher Endbegriff ergibt sich daraus?

(Als Variation können ausgehend vom Oberbegriff anstatt vier auch acht Begriffe assoziiert werden. Anschließend nach dem gleichen Prinzip weiterverfahren)

Natürlich handelt es sich nur um Momentaufnahmen, die aber durchaus interessante neue Aspekte liefern können.

Beim Arbeiten mit Gruppen kann man die individuellen Endbegriffe sammeln und als Diskussionsgrundlage nutzen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Führen aus der Mitte

Sonntag, 02. November 2008 von Waltraud Wagner

Das Thema “Führen” beschäftigt mich unglaublich, und wie das so ist, wenn man ein Thema im Rucksack hat, achte ich wo ich auch bin- in Unternehmen, Gruppen, Behörden , Familien- darauf, wie hier geführt wird.

Und dabei vermisse ich klare Linien, ein offenes Wort, Vorbild und ganz viel Herz. Ich werde Sie, lieber Leser, immer wieder auf das Thema stoßen, damit sie mit mir gehen.

Im Folgenden einige Gedanken aus dem Buch “Führen aus der Mitte” von

B. Fromm und M. Fromm

“Führungskräfte in deutschen Unternehmen fühlen sich immer häufiger wie in einer Tretmühle und beschreiben eine Stressspirale, unter der sie mehr oder weniger stark leiden.

Ein Auslöser dieser Spirale ist die Tatsache, dass die Kluft zwischen den ständig steigenden Anforderungen im Berufsalltag und den menschlich persönlichen Bedürfnissen immer weiter auseinander klafft.

Anita Rodikk, Gründerin der Haut-und Haarpflegefirma “The Body shop”- eine faßzinierende Unternehmerin -  umreißt die persönlichen Bedürfnisse wie folgt:”Heutzutage wollen die Menschen mehr, als nur ihre Brötchen verdienen und die nächste Ratenzahlung bestreiten. Sie träumen von etwas Größerem:”

Menschen wünschen sich heute eine Arbeit, die ihnen Inspiration, Freude und innere Befriedigung verschafft.