Archiv für September 2009

Das Teilemodell

Mittwoch, 23. September 2009 von Rolf Söder

Im Coaching bin ich immer wieder begeistert, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten des Teilemodells sind.

Ob nun klassisch mit dem Ansatz der Transaktionsanalyse, Kindheits-, Erwachsenen- und Eltern-Ich oder mit den klassischen Formaten aus dem NLP, wie dem Verhandlungs-Reframing oder dem Six-Step-Reframing.

Im Grunde genommen ist das Denk-Modell, dass wir aus unterschiedelichen mentalen Teilen bestehen sehr alt. Bereist die alten Griechen befanden, dass die Vernunft im Kopf, der Wille in der Brust und die Leidenschaft im Bauch sitze.

Eine besonders interessante Spielart ist es, wie ich finde, die Arbeit mit Persönlichkeits-Anteilen zu kombinieren mit Hypnose oder Aufstellungsarbeit. Auch das ist nicht neu, wenn man bedenkt, dass Virgina Satir mit der Parts-Party Ende der 60er Jahre persönliche Veränderungen nachhaltig bewirkte.

Erstaunlich finde ich es nur immer wieder, wie schnell dadurch Zugang für der Klienten zu seinen eigenen Themen, derern Ursachen und möglicher Lösungen ist. Das geht bis hin zu körperlichen Syptomen wie Tinitus oder  unerklärlichem Reizhusten, wo mit Formaten von einer halben Stunde Dauer, deutliche Verbesserungen erzielt werden können.

Im Grunde genommen ist es ein Erklärungs-Modell für viele Verhalten, die ursächlich einem einzelnen Teil/Funktionseinheit eines Menschen zugeordnet werden können. Die erste Veränderung ergibt sich meist schon dadurch, dass der Coachee sich mit dem Teil befriedet oder aussöhnt. Das erhöht die Selbstakzeptanz und eröffnet alternative Verhaltens-Möglichkeiten.

Gerade am letzten Wochenende unserer Practitioner-Ausbildung hatten wir einige ganz schnelle, positive Veränderungen bei Teilnehmern erleben können, die teilweise jahrelang mit Symptomen oder unerwünschten Verhalten “gekämpft” hatten.

Wenn das so weiter geht, werde ich noch ein richtiger Teile-Fan!

Viele Grüße

Rolf Söder

Die “WARUM”-Frage im Coaching-Kontext

Donnerstag, 17. September 2009 von Rolf Söder

In meinen Ausbildungen rund um das Thema Coaching stieß ich immer wieder auf das Dogma: “Die Frage nach dem “WARUM” darf ein Coach/Begleiter nicht stellen, denn sie führt den Klienten nur weiter ins Problem”. Nach einigen Jahren mit vielen Coaching-Sequenzen sehe ich das mittlerweile ein wenig differenzierter.

Es besteht kein Zweifel, die Frage nach Begründungen eines Problems mit “WARUM”, führt zu einer intensiven Beschäftigung mit den Ursachen, die im System des Klienten liegen. Das ist so. Die Frage hat der Coachee sich meist selbst schon oft gestellt und kommt auf Antworten oder nicht. Dazu braucht er also nicht unbedingt einen Coach.  Jedoch ist es für den einen oder anderen Klienten hilfreich die Ursachen seines Problems zu kennen, um sein eigenes System besser verstehen zu können. Ein wenig nach dem Motto “Problem erkannt, Problem gebannt”! Teilweise erleichtert das auch den Lösungsfindungsprozess, weil die Ursache als gar nicht so schwerwiegend vom Klient empfunden wird.

Oder nehmen wir den Moment in dem der Coach den Coachee zu Ressourcen führt, um eine Lösung zu generieren. Mit der Lösungsphysiologie nun zu fragen : “Warum dies eine gute Lösung ist?” ist eindeutig unterstützend, denn sie kloppft die Lösung noch einmal ab und untermauert ihre Wirkung. Eventuell werden dabei sogar noch Verbesserungsmöglichkeiten gefunden.