Nach Wikipedia lautet die Definintion einer Systemaufstellung folgendermaßen:
“Eine Systemaufstellung ist eine Übung innerhalb einer in Seminarform angebotenen Veranstaltung und der Oberbegriff für verschiedene Aufstellungsformate, von denen die Familienaufstellung die bekannteste ist. Allen Aufstellungsformaten gemeinsam ist die Vorgehensweise, dass Personen als sogenannte Vertreter eine Benennung – (im Sinne von „Vertreter für …“) – erhalten, im Raum aufgestellt werden und im Zuge einer Prozessarbeit nach ihrer Wahrnehmung innerhalb des aufgestellten Systems befragt werden.
Ein Kernpunkt des methodischen Vorgehens bei der Durchführung von Systemaufstellungen ist es, insbesondere solche Systemdynamiken durch die Aufstellungsmethode zu betrachten, die durch logisch rationale Erwägungen i.a. weniger effektiv erfahrbar gemacht werden können. Zielsetzungen können dabei auch allgemeine Klärungsanliegen oder Fragen zum Management und Selbstmanagement innerhalb sozialer Systeme (z. B. bei Fragen aus dem beruflichen Kontext) wie z. B. bei Organisationsaufstellungen oder Strukturaufstellungen sein. “

Seit etwa zwei Jahren arbeite ich in meinen NLP- und Coaching-Ausbildungsgruppen auch das eine oder andere Mal mit einer Aufstellung, um ein Thema/Anliegen zu lösen. Im Grunde genommen nichts Aufregendes, bis auf die Tatsache, dass es oft sehr starke emotionale Geschehen gibt. Interessant finde ich dabei besonders, wenn Menschen als Stellvertreter das erste Mal mitwirken und körperliche Phänomene empfinden, die tatsächlich in der “realen Welt” vorhanden sind oder waren und im Vorgespräch nicht erwähnt wurden. Im Grunde genommen kann jedes Thema mit einer Aufstellung bearbeitet werden, egal aus welchem Kontext. das macht die Aufstellungsarbeit ebenso effektiv, wie auch die teilweise verblüffenden Erkenntnisse, die von den Stellvertretern für den Coachee geliefert werden.
Für mich ist die Systemaufstellung weder ein Wundermittel noch Psycho-Quatsch sondern eine Bereicherung an Methodik, um in einer Gruppe persönliches Wachstum für Einzelne zu generieren. Dazu kommt, dass es eine verbindende Wirkung auf die Teilnehmergruppe hat und zu einer positiven Gruppendynamik beiträgt. Daher baue ich in meine Ausbildungen gerne Aufstellungen ein und habe damit sehr positive Erfahrungen gemacht.
Wünschen würde ich mir, dass die Methode an sich in ihrem Funktionieren besser erklärt werden könnte, zum Biespiel durch wissenschaftliche Untersuchungen. Das würde zur Entmystifizierung beitragen und auch kognitiv orientierten Menschen die Angst nehmen, sich einmal auf eine Aufstellung einzulassen.
Viele Grüße, Rolf Söder