Archiv für die Kategorie ‘Persönlichkeitsentwicklung’

Wie finde ich die/den richtige(n) Coach?

Mittwoch, 03. Juni 2009 von Rolf Söder

Wenn ein Coaching förderlich sein soll, ist es sinnvoll einige Punkte vorher zu bedenken. Für eine wohlgeformte Auswahl eines Coaches sind einige Punkte zu bedenken.Schliesslich investieren Sie Zeit und Geld in das Coaching und möchten auch einen entsprechenden Benefit haben. Beginnen Sie damit bevor Sie sich auf die Suche nach einem Coach machen. Das erleichtert Ihnen das Finden!

Legen Sie genau fest, was Sie sich von ihrem Coaching erhoffen. Schreiben Sie sich auf welche Erwartungen und Ziele Sie haben und bedenken Sie für sich, welche Anforderungen ihr Coach erfüllen muss, beispielsweise Spezialkenntnisse, Kosten oder Alter.

Besprechen Sie vorher mit einer Person Ihres Vertrauen Ihre Coachingabsicht und Ihren Erwartungen sowie Ihre Auswahlkriterien. Holen Sie sich externes Feedback zu Ihrem Vorhaben.

Fragen Sie Kollegen, Freunde, Bekannte nach ihren Erfahrungen mit Coachinganbietern. Prüfen Sie eventuelle Empfehlungen sehr sorgfältig.

Vergleichen Sie die Angebote bezüglich der Vor- und Nachteile. Informieren Sie sich und holen sich Auskunft über Coaching-Angebote von verschiedenen Coaches ein.

Testen Sie die Qualifikation eines Coaches, indem Sie  Sie seinen Ausbildungshintergrund überprüfen. Was genau befähigt ihn, als Coach zu arbeiten. Welche Ausbildungen hat er, welche Berufserfahrungen.

Überprüfen Sie den Erfahrungshintergrund des Coaches bezüglich Ihrer Coachinganliegen bzw. finden Sie heraus, ob er bereits mit ähnlichen Anliegen, wie dem Ihren gearbeitet hat.

Erfragen Sie die Vorgehensweise des Coaches. Ein professioneller Coach wird Ihnen den Ablauf eines Coachings ebenso erläutern können, wie den Einsatz seiner Methoden.

Die meisten Coaches sind auf bestimmte Probleme, Anwendungsbereiche, Themen und Zielgruppen spezialisiert. Schauen Sie nach, ob Sie zu den Hauptkunden des Coachs passen. Erfragen Sie gegenbenfalls Referenzen und Fallbeschreibungen.

Achten Sie auf die Gesamterscheinung des Coaches. Sind Person, Unterlagen, Auftreten stimmig? Verhält er sich diskret?

Können Sie ihm vertrauen und fühlen Sie sich gut aufgehoben bei ihm.

Vertrauen Sie Ihrem Gefühl: Engagieren Sie keinen Coach, der Ihnen unsympathisch ist!

Lassen Sie die erste Sitzung nachwirken. Hat Sie Ihnen genutzt ihren Anliegen näher zu kommen. Wenn es Ihnen hilft, dann wird es Sie weiterbringen.

Bei vielen Coaches ist das Kennenlernen kostenlos. Ein Treffen von etwa 30min sollte ausreichen, dass Sie Ihre Fragen stellen können und sich ein Bild machen, ob Sie sich für den Coach entscheiden können.

Hypnose-Papst Gunther Schmidt bei Maischberger

Mittwoch, 11. März 2009 von Rolf Söder

Gunther Schmidt hypnotisiert Hirschhausen bei Maischberger im ZDF. Eine informative und interessante Demonstration, wie Hypnose funktioniert und wirkt.  Ganz im Gegensatz zu den hinlänglich bekannten Bühnen-Hypno-Shows……..

Hier der Link:
http://www.daserste.de/maischberger/sendung.asp?datum=06.01….

Viele Grüße, Rolf Söder

Früher war die Zukunft auch besser

Montag, 09. März 2009 von Carsten Gans

…Viele würden in aktuell kriselnden Zeiten wie diesen wohl vorbehaltlos Karl Valentin zustimmen, von dem das Zitat stammt. Aber war die Zukunft früher tatsächlich besser, was war in der alten Gegenwart besser? Und wie sieht überhaupt unsere Zukunft aus? - Von Unterhosen, Zeitmessern und Freiheitsentzug durch Mobilität.

Ich denke es lohnt sich, einen genaueren Blick auf zwei Themen zu werfen, die immer enger miteinander verknüpft sind: Komfortzone und Zeit.

Wie war das früher mit der Zeit? - Rein statistisch gesehen, hatten die Menschen bis vor einigen Hundert Jahren weniger als die Hälfte der Lebenszeit zur Verfügung - von ca. 30 Jahren um 1500 bis heute ca. 80 Jahre. Während der Industriellen Revolution erhöhte sich die Lebenserwartung enorm, unter anderem wesentlich durch die Erfindung des Webstuhls. Erst dieser ermöglichte die weite Verbreitung von Stoffen, die dazu geeignet waren, hygienische Unterhosen herzustellen, die man im Intimbereich auf der Haut tragen und vor allem auch waschen konnte. Die Lebenszeit teilte sich wiederum zu etwa je einem Drittel auf in lebensnotwendige Zeit (Schlafen, Essen usw.), Arbeitszeit und Freizeit. Heute haben wir mit ca. 50% mehr Freizeit als je zuvor. Bei gleichbleibendem Anteil der lebensnotwendigen Zeit bei einem Drittel, müssen wir nur noch etwa 20% unserer Zeit arbeiten. Soweit zur Statistik - da die meisten unserer Vorfahren als Christen aber an eine Auferstehung und das ewige Leben glaubten, kehrt sich die Entwicklung für die große Mehrheit von “Ungläubigen” subjektiv um - das Leben ist so für viele unendlich kürzer geworden. Doch bleiben wir zunächst bei objektiven Maßstäben. Die mechanische Messung der Zeit beginnt flächendeckend Ende des 13. Jahrhunderts mit der Verbreitung von Räderuhren. Bis dahin waren Zeichen der Zeit unter anderem “der erste Hahnenschrei” und “der Einbruch der Dämmerung”. Die Zeitmessung durch Uhren gewann immer mehr an Bedeutung für die Organisation des menschlichen Lebens. In der Rechtsprechung galt bald der Grundsatz “Freiheitsentzug ist der Entzug von freier Zeit.”

Laut einer Umfrage des Forsa-Instituts haben etwa 60% der Deutschen die Vorsätze “weniger Stress” und “mehr Zeit für Familie, Freunde und sich selbst”. - Subjektiv empfinden also 60% der Deutschen, dass sie zu wenig freie Zeit haben. Objektiv betrachtet haben diese Menschen mehr als genug davon. - Was stimmt hier nicht? Anscheinend geht es nicht um das “Wieviel” sondern um das “Wie” - wie nutzen wir unsere freie Zeit? Eine Mehrheit in unserem schönen Land offensichtlich auf eine Art und Weise, dass die eigentlich freie Zeit als stressig und fremdgesteuert wahrgenommen wird. Einige neigen wohl auch dazu, einen großen Teil ihrer Zeit totzuschlagen, die dann natürlich auch nicht mehr zur Verfügung steht.

Ein einflussreiche Rolle bei dieser Art der Zeit-Gestaltung spielt vermutlich die fast ständige Erreichbarkeit und somit auch Verfügbarkeit per Handy. - Die effiziente Technik macht es möglich, zugleich unterwegs und erreichbar zu sein. - Ein Zustand, den es vor etwa 30 Jahren noch nicht gab. Ich denke, es lohnt sich, uns bewusst zu machen, dass dies ein zumindest ungewöhnlicher, vielleicht sogar unnatürlicher Zustand ist. Warum? Schon Heissenberg hat in seiner Unschärferelation erkannt:

  • Es ist nicht möglich, die Position und den Impuls eines Quantenobjektes gleichzeitig exakt zu messen.
  • Die Messung der Position eines Quantenobjektes ist zwangsläufig mit einer Störung seines Impulses verbunden, und umgekehrt.

Wenn also der Mensch X von A nach B unterwegs ist, kennen wir den Impuls von X, als Arbeitgeber von X sogar seine Motivation der Reise. Über sein Moblilfunk-Netz kennen wir darüber hinaus fast jederzeit seine aktuelle Position. - Nach Heissenberg ist es bereits zwangsläufig mit einer Störung von Impuls oder Position verbunden, wenn wir nur eines davon messen (siehe 2. Satz). Nun ist es uns sogar technisch möglich, beides gleichzeitig zu messen, was der Physiker gar nicht ‘vorgesehen’ hat.

Welch große Störung das verursachen kann, hat das deutsche Literatur-Genie Daniel Kehlmann (bekannt für seinen Bestseller “Die Vermessung der Welt”) im großen FAZ-Interview am 27.12.08 wie folgt umschrieben: “Man ist selbst ständig woanders, und zugleich führt man zu jedem Zeitpunkt ein Dutzend Konversationen mit Leuten, die über die halbe Welt verteilt sind. Das sind alles keine oberflächlichen Veränderungen. Was wir da mitmachen, ist eine große seelische Umwälzung.”…”Ich befürchte immer mehr, dass … wir tatsächlich eine Entwicklung erleben, die keinen Ausweg hat - oder wenn, dann nur einen Ausweg, den wir nicht wollen können, nämlich einen Totalzusammenbruch des Systems, eine ungeheure Katastrophe oder einen Weltkrieg.”… “Die Maschen des Netzes werden immer enger. Wenn es überhaupt einen Ausweg gibt, dann wird dieser nur Einzelnen offenstehen - als Luxus für reiche Erben.”

Die nicht ständige Erreichbarkeit als Luxus! - Freiheitsentzug durch Mobilität? Sind wir uns dessen wirklich bewusst? Probieren Sie es doch einmal aus. Verstecken Sie Ihr Handy irgendwo zu Hause in einer Kiste, ausgeschaltet selbstverständlich und rühren Sie es zwei Tage lang nicht an; und lassen Sie zwei Tage lang auch Ihren Laptop und Ihren PC aus. Wie fühlt sich das an? Haben Sie Entzugserscheinungen, haben Sie Kopfschmerzen oder können Sie schlecht schlafen? - Dann empfehle ich Ihnen zwei Heilmethoden aus der Volksmedizin, welche im Spessart noch im Jahre 1869 angewendet wurden: “Kopfschmerzen zu tilgen, trage man die Klauen einer Ziege auf bloßem Leibe oder binde sich die Sehnen desselben Tieres an Hände und Füße. Beides stillt die Schmerzen des Krampfes.” Und: “Nimm zwei Hasenohren, lege sie einem, der nicht schlafen kann, unter das Kissen.” - Wenn das nicht hilft, machen Sie doch bewusst, dass Sie nicht ständig jemanden brauchen, der Ihnen sagt, was Sie tun sollen, was er für Sie tun kann oder dass man Sie mag. “Jeder ist sich selbst am nächsten” könnte eine positive Bedeutung bekommen.

Mit besten Grüßen, Carsten Gans.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Mittwoch, 18. Februar 2009 von Julia Volland

Von der Fachkraft zur Führungskraft -  Ein Karriereschritt mit vielfältigen neuen Aufgaben und Herausforderungen

  • War bisher vor allem das fachliche Know-how gefragt, treten nunmehr die Führungs- und Sozialkompetenzen in den Vordergrund.
  • War die Fachkraft bisher nur für die eigene Leistung verantwortlich, so trägt die Führungskraft jetzt Verantwortung für die Leistungen aller Teammitglieder.
  • Frühere Kollegen sind nun Mitarbeiter, ein Rollenwechsel mit Chancen und Risiken. Wie findet man das richtige Maß zwischen Kollegialität und Autorität?
  • Die junge Führungskraft findet sich plötzlich im Spannungsfeld der Erwartungen, zum einen von Seiten des eigenen Vorgesetzten und der Unternehmensleitung, zum anderen von Seiten der früheren Kollegen. Kann man es allen immer Recht machen?

Dies sind nur einige Aspekte mit denen sich die neu ernannte  Führungskraft konfrontiert sieht.

Wie erfolgreich der Rollenwechsel für alle Beteiligten von statten geht, hängt vor allem davon ab, ob und wie der Kandidat auf seine neuen Aufgaben vorbereitet wird und welche Unterstützung er während der schwierigen Anfangsphase erhält.

Leider treten aber immer noch „junge” Führungskräfte ihre neue Position weitestgehend unvorbereitet an, werden sozusagen ins Kalte Wasser geworfen. Dann heißt es, sich freischwimmen oder untergehen. In beiden Fällen wird der Prozess begleitet von sinnlosen Reibungsverlusten - neben der Führungskraft leiden auch die Mitarbeiter und am Ende das ganze Unternehmen.

Dies alles kann durch ein bedarfsgerechtes Entwicklungsprogramm vermieden werden. Neben Trainingsmaßnahmen zum Ausbau von Führungskompetenzen empfiehlt sich während der ersten Monate die Begleitung durch individuelles, zielorientiertes Coaching. Der Zeitraum ist abhängig vom individuellen Bedarf der neuen Führungskraft.

Der Coach agiert als neutraler Interaktionspartner und unterstützt die Nachwuchsführungskraft bei:

  • der Standortbestimmung und Erstellung eines persönlichen Entwicklungsplans
  • der Erarbeitung hilfreicher Strategien
  • der Überprüfung bestehender Werte und Verhaltensmuster auf Ihre Nützlichkeit für die neue Rolle und gegebenenfalls bei deren Neuausrichtung

In einem geschützten, vertrauensvollen Rahmen kann die Führungskraft die gesammelten Erfahrungen regelmäßig reflektieren und erhält offenes Feedback.

Ziel ist: Das eigene Handlungsrepertoire zu erweitern und einen angemessenen Führungsstil zu entwickeln- zum Wohle aller.

Selbst-Coaching oder die Kunst, sich selbst die richtigen Fragen zu stellen - Erkenntnisse aus der Finanzkrise - philosophisch und konkret

Donnerstag, 13. November 2008 von Carsten Gans

Was ist es eigentlich, was mich dazu motiviert, jeden Tag eine überregionale Zeitung aus Frankfurt zu lesen – welchen Nutzen habe ich davon, welches sind meine Motive, die mich dazu bewegen? Ich komme gleich zum wichtigsten: Es ist der Versuch, Muster zu erkennen, die den eigenen Lebensentwurf bestätigen, diesen erweitern oder womöglich ändern. – Eine Art Feinjustierung für eigene Grundsätze, Werte und daraus resultierendes Handeln.

Heute war es wiedereinmal soweit. Im Blättchen – Feuilleton – der FAZ hat Nassim Nicholas Taleb, Autor des Buches „Der schwarze Schwan“ und Chef einer Investment-Firma in den USA, in einem Interview seine Ansichten und Erklärungen für die aktuelle Finanzkrise veranschaulicht, nachdem er bereits 2002 einen Zusammenbruch der Finanzsysteme vorhergesehen hatte. Als Gründe, die dazu führten, sieht er unter anderem die Täuschung unseres Wissens und übermäßiges Selbstvertrauen. - Wie kommt er dazu?

Taleb hat als Richtlinie für sein privates und berufliches Handeln, so robust wie möglich zu sein. Wesentliche Schritte, das zu erreichen, sind:

-         Die Erkenntnis, dass wir die Welt, in der wir leben, nicht verstehen können. Wir haben keine Ahnung, wie mit dem Wissen umzugehen ist, und wir überschätzen uns dabei.

-         Als Konsequenz daraus, sollten wir für uns unbegreifliche Systeme nicht oder nur in Notfällen antasten.

Er sagt: „Wir sollten uns so genauso verhalten, wie unsere Vorfahren es getan haben“. Diese zunächst sehr fortschrittsfeindliche mit Sicherheit unpopuläre Satz scheint mir eine von mehreren guten Richtungsangaben zu sein.

Dazu passt auch folgender Satz: „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“ – einer von vielen Annahmen, die bereits seit vielen Jahren überliefert werden. – Wenn eine Annahme oder eine Regel sich solange halten kann, sollte man annehmen, dass darin ziemlich viel Wahrheit oder Weisheit steckt. Heutzutage gibt es eine unüberschaubare Vielfalt an Angeboten und scheinbarem Wissen. Zu erkennen, was davon hilfreich für uns persönlich ist und was davon wahr ist und somit als Richtlinie für das eigenen Handeln dienen kann, scheint immer schwieriger, gar unmöglich zu werden. Deshalb sollten wir dankbar sein für solche Sätze, die ein wenig Ordnung in das Chaos bringen.

Taleb ergänzt: Da unsere Welt geprägt ist von unvollständiger Information, werden wir häufig überrascht – scheinbar Zufälliges zumindest Unvorhergesehenes passiert. Das wird verständlich, wenn wir den Zeitpunkt betrachten, an dem z.B. ein Rind geschlachtet wird. Für das Rind, das über kein Wissen verfügt, ist der Tag der Tage völlig überraschend und scheinbar zufällig, für den Schlachter jedoch geplant. – Diese Zufälle teilt Taleb ein in mediokristane und extremistane. Mediokristane Zufälle sind ungefährlich, da sie keine große Auswirkung haben, während bei extremistanen Ereignissen große Risiken eingegangen werden, weil man in großer Unsicherheit handelt. Dadurch besteht die Gefahr von extremen Auswirkungen. Sein Beispiel: Du kannst über Nacht dein gesamtes Vermögen verlieren aber nicht dein gesamtes Körpergewicht.

Dazu erkenne ich beim Lesen einen weiteren selbst gepflegten Grundsatz, der in Kombination mit den vorigen ein hilfreiches Muster schärfer werden lässt:

„Keine Extreme auf Dauer“. Wenn einmal extrem, dann nur so, dass dadurch wirklich etwas verändert werden kann. Machen wir es wie unsere Natur seit Millionen von Jahren. Keine Extreme, nur von Zeit zu Zeit eine Sintflut, die reinigt und durch neue Meere für neue Lebensräume sorgt. Oder in kürzeren Zeitabschnitten gedacht: Ein Sturm oder Orkan alle paar Jahre sorgt dafür, dass die alten morschen Bäume Platz machen für die jungen, bei mehr Licht und reichlich Humus für das Wachstum. – Um bei der Wald-Metapher zu bleiben: Nachhaltigkeit im Umgang mit den Ressourcen: Nur soviel rausnehmen, wie in der gleichen Zeit im gleichen System neu entstehen kann. Und wenn ich das alleine nicht überblicken kann, lasse ich es einfach oder hole mir Hilfe für den Überblick. Für die eigene Entwicklung ist es hilfreich, von Zeit zu Zeit an die eigene Komfortgrenze reisen, um ein neues Land zu entdecken um dabei die eigene Komfortzone zu erweitern.

Das ist zu einfach? – Einstein soll gesagt haben: „Alles sollte so einfach wie möglich gemacht sein, aber nicht einfacher.“ – Zu einfach wäre es, statt eigene Muster zu entwerfen, einfach die von anderen unreflektiert zu übernehmen, im schlimmsten Fall die von amerikanischen Bankern. – Thomas Jefferson hat als 3. Präsident der USA vor über 200 Jahren bereits gesagt: „Banken sind gefährlicher als stehende Armeen“. – Da scheint etwas dran zu sein.

Wie sehen Sie die Dinge?

Mit besten Grüßen,

Carsten Gans.

Coaching und Auftragsklärung

Dienstag, 11. November 2008 von Rolf Söder

In einer Coaching-Sequenz ist die Phase der Aufträgsklärung eine ganz entscheidende. Nachdem der Coachee sein Problem geschildert hat, hat der Coach noch keinen Auftrag. Das ist ein eigenständiger Schritt, denn dabei wird der “Vertrag” zwischen Coach und Coachee geschlossen.

Daher muss in der Phase Auftragsklärung zum einen definiert werden, was der Coachee verändert haben möchte – und der Coach muss sich im Stande sehen und fühlen, den Auftrag auch anzunehmen.

Während der Auftragsklärung und Kontraktbildung wird aus dem Problem, welches der Coachee hat, ein Ziel oder eine Lösung.

Dazu stellt der Coach etwa Fragen wie:

- Was wäre ein gutes Ergebnis, wenn wir in ein Coaching einsteigen?

- Woran würdest Du merken, dass das Coaching ein Erfolg war?

- Wie würdest Du mir jetzt Dein Ziel beschreiben?

- Was hättest Du gerne anstatt des Problems?

- ……….etc.

Der Coachee beginnt nun seine Ziel-Phantasie zu beschreiben. Dabei ist es sehr wichtig, dass diese positiv beschrieben wird. Oft kommen Sätze wie,

„Ich will keinen Stress mehr haben!“

„Ich will mich nicht mehr ärgern!“

„Ich habe keine Lust mehr der Depp zu sein!“

etc…………..

Der Coachee beschreibt also, was er nicht will und nicht was er stattdessen will! Hier hat der Coach die Aufgabe zu fragen:

„Wenn Du nicht mehr………. willst, was willst Du denn anstatt?“

Dann erhält der Coachee ein klares Zielbild, was elementar wichtig für ein gelungenes Coaching ist. Eine Lösung oder ein Ziel sollte in der Formulierung kein „kein“ und kein „nicht“ enthalten. Das Unbewusste des Menschen kann nicht verneinen, auch das des Coachees nicht. Wenn er sich also das Ziel setzt „Ich will mich nicht mehr aufregen!“ Woran denkt er als erstes………….. klar ans Aufregen!

In der Auftragsklärungsphase kann der Coach für viel Motivation beim Coachee sorgen, in dem er ihn mental schon in die Zukunft schickt, wo das Problem bereits gelöst ist.

Das geschieht durch sinnesspezifische Fragen bezüglich des Zielzustands, also,

- Wie würdest Du Dich fühlen?

- Was würdest Du sehen?

- Was würdest Du hören?

Somit kann der Zielzustand sinnlich attraktiv für den Coachee werden und damit entsteht Veränderungs-Motivation.

Lehrer auf der Anklagebank

Sonntag, 26. Oktober 2008 von Rolf Söder

In der aktuellen Ausgabe des “Stern” wird trendgerecht die Forderung gestellt: “Neue Lehrer braucht das Land!”

Ich habe selbst zwei Söhne, die immer wieder “Geschichten” über das Verhalten von Lehrern erzählen.  Kommende Woche steht ein Termin an, dem ich das erste Mal mit dem Gefühl “Der kriegt ne volle Breitsseite!” entgegen gehe. Gerade frage ich mich, was an der ganze Debatte dran ist.

Umfragen beschreiben ein Szenario, dass mich erschaudern lässt:

Lehrer werden etwa 80% der Studenten, weil sie viel Freizeit und Jobsicherheit haben werden. Okay, das sind stichhaltige Argumente, aber das reicht offensichtlich nicht, um einen guten Job zu machen! Ansonsten würden nicht so viele mit psychischen Problemen zu tun haben.

Ich frage mich auf der anderne Seite auch, was die Gründe sind, das sich so wenig Lehrer aufmachen, und versuchen an sich zu arbeiten.

Nach einigen ehrenamtlichen Trainings mit Referendaren ist es mir ein Rätsel, wie man mit mit Mitte 20 glauben kann, Sicherheit im Stoff ist das allein selig machende? Die Liebe zum Fach, ob es nun Latein oder Mathe oder Biologie ist, ist wichtig.

Ohne die Liebe zu Kindern und Schülern nützt das meiner Erfahrung nach gar nichts.

Ich frage mich auch, weshalb  wenige Lehrer sich persönlich weiterbilden. Oder sind das gar nicht so wenige? Kennt jemand Statistiken, die man zitieren könnte?  Am Geld und an der Freizeit kann es doch nicht liegen, oder?

Und für alle Deutschlehrer gleich vorab: Ja, meine Interpunktion und mein Satzbau sind eher emotional als regelgerecht!

Also wer diskutiert mit?

Wie wir leben so atmen wir…

Donnerstag, 16. Oktober 2008 von Julia Volland

Der Atem ist unser wichtigstes LebensMittel.

Als Neugeborene atmen wir instinktiv tief und ruhig. Im Laufe des Lebens geht jedoch vielen Menschen der Zugang zu diesem natürlichen Atmen verloren. Stress, Hektik, stundenlanges Sitzen führen zu flacher, hastiger Atmung. Anstatt die Lungen und den Blutkreislauf ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen und Giftstoffe auszuscheiden wird lediglich verbrauchte Luft in den Atemwegen hin und hergeschoben. Sauerstoffmangel, Müdigkeit, Konzentrationsschwächen sind die Folgen.

In östlichen Kulturkreisen sind seit Jahrtausenden Atemübungen bekannt, die auf ruhiges, fließendes Atmen abzielen und den Menschen so in Einklang mit sich und der Umwelt bringen sollen.

Im westliche Kulturkreis wurde die Bedeutung des Atems erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder erkannt. Die Lehre des erfahrbaren Atems nach Prof. Ilse Middendorf, die Atem- und Stimmschulung nach Schlaffhorst und Andersen, die Körper- und Atemarbeit nach Elsa Grindler, um hier nur einige zu nennen, beschäftigen sich mit der Wiederherstellung der natürlichen Vollatmung. Dies geschieht über ein stufenweises Heranführen, beginnend mit dem Spüren des eigenen Atems. Muskelverspannungen, die die Atmung blockieren werden durch Entspannungs- und Bewegungsübungen gelöst, damit der Atem frei fließen kann. Durch Nasenatmung wird eine verlangsamte, vertiefte Atmung bewirkt, das Zwerchfell wird trainiert, der gesamte Atemraum - Brustraum, Bauch, Flanken, Rücken - wird ausgefüllt.

Der natürliche dreiteilige Atemrhythmus, Einatmen - Ausatmen - Pause, wird unterstützt. Gestresste Menschen haben oft nur einen zweiteiligen Rhythmus, es fehlt die Ruhephase. Man gerät aus dem Gleichgewicht.

Wie wir atmen so leben wir…

Unsere Atmung ( Atemtiefe und -ryhythmus) reflektiert unseren körperlich-seelischen Zustand:

Wir atmen erleichtert auf, wenn wir eine Herausforderung gemeistert haben; uns stockt der Atem vor Schreck; wir schnauben vor Wut…

Die Atmung läuft unbewusst ab, kann aber auch bewusst beeinflußt werden, d.h. wir können uns über unsere Atmung selbst beruhigen und entspannen und dadurch auch gelassener mit Stresssituationen umgehen.

Was dem Atem gut tut - natürliche Atemimpulse

Lachen, Gähnen, Niesen sind 3 heilige Handlungen (Heraklit)

Singen - unterstützt den natürlichen Atemrhythmus und macht gute Laune.

Lachen - eine der besten Atem- und Stimmübungen. Entspannt und trainiert das Zwerchfell.

Gähnen, Seufzen - Das tiefe Einatmen und das langsame Ausatmen lösen Verspannungen und fördern die   Sauerstoffzufuhr.

Julia Volland

Internationaler Kongress „Erleben und Lernen“ an der Uni Augsburg – Erlebnispädagogik und Co.

Dienstag, 30. September 2008 von Carsten Gans

Am letzten Freitag und Samstag fand in Augsburg das jährliche Treffen der Branche rund um Erlebnis-Pädagogik, Outdoor-Training und Co. statt. Da ich das Vergnügen hatte, selbst auch einen Workshop zu gestalten und zu moderieren, hatte ich die Gelegenheit, das ganze Spektakel aus mehreren Perspektiven zu betrachten.

Das Kongressthema lautete „Menschen stärken für globale Verantwortung“. Am ersten von zwei Kongresstagen hatte ich für meinen Workshop „Draußen vor der Tür – Outdoor-Training und Co.“ beschlossen, den in meinen Augen etwas zu akademisch und deutlich zu global formulierten Titel des Kongresses umzuwandeln in „Möglichkeiten für die Unterstützung von Menschen auf dem Weg zu einer in sich federnden Persönlichkeit“. Nach etwas wissenschaftlichem Input zu Sinneswahrnehmung und Emotionale Intelligenz und einigen Übungen zum Schärfen der Sinne, lag der Fokus auf dem Erarbeiten von Aspekten einer idealen Lernumgebung. Die Ergebnisse zweier Arbeitsgruppen ergaben folgendes Bild: Eine ideale Lernumgebung sollte folgendes beinhalten/ ermöglichen: Bewegung, raus gehen (aus einer Situation und in die Natur), Einfachheit (auch einfach machen), Perspektivenwechsel (etwas alleine und zusammen machen), sicherer Rahmen (Grundbedürfnisse sollten gedeckt sein), Vertrauen, Freude. 

Nach dem Workshop durfte ich den Ausführungen eines pensionierten Offiziers lauschen, der unter dem für mich zunächst sehr spannenden Thema „Erlebnispädagogik im Wald“ vor allem deutlich Survival-lastig von den Möglichkeiten von „Waldcamps“ sprach. Vor allem als er mit Nachdruck über seinen Kampf gegen die Ämter sprach mit dem Hinweis, dass er das alles vor allem auch für die anwesenden Zuhörer tat, wurde deutlich, dass seine Zeit der Sozialisierung deutlich länger als die meine gedauert hatte. Ein „alter“ Pfadfinder bemängelte etwas später beim Betrachten von „Aktionskisten“ ,aus meiner Sicht zurecht, dass Militär-Artikel wie z.B. ein „Military Survival Kit“ weniger geeignet sind, um Kindern die Natur näher zu bringen. Die vorher getätigte Aussage des Referenten, man könne mit Hilfe der selbstredenden Orientierungs-Kiste innerhalb von einer halben Stunde das Orientieren mit Karte, Kompass und anderen Hilfsmitteln beherrschen (gerade beim Militär unterscheidet man deutlich zwischen Kennen, Können und Beherrschen), fand ich bereits bei der Aussprache sehr dreist, was sich nach Ansicht der Orientierungskiste nicht wirklich geändert hat. Da ging mit ihm die Selbstbegeisterung wohl etwas durch.

Anschließend war reichlich Zeit, um sich die dünn gesäten Stände der ausstellenden Wettbewerber und die Aktionen auf dem Vorplatz anzusehen. Einer der Aussteller meinte später, dass es sich nicht wirklich gelohnt hätte – sprich das Geld hätte sparen können. Einige etablierte aus der Branche haben das wohl schon früher erkannt und hatten deshalb keinen Stand, wie z.B. KAP Outdoor. Die gepolsterten 50er-Jahre-Möbel auf der Wiese vor den Gebäuden, die Kettcars für Erwachsene und die sehr innovativen Möglichkeiten, mit ferngesteuerten Autos seinen Spaß zu haben, festigten bereits zu meiner Halbzeit zwei Eindrücke, die für meine Sachen als hilfreiche Negativ-Beispiele dienen dürfen:

Erstens zuviel Survival, das mit dem Wesentlichen – der Entwicklung persönlicher Werte und Kompetenzen – wenig zu tun hat. Was bringt es meinen Teilnehmern, wenn sie wissen, wie man mit fast nichts Feuer macht oder wenn sie aus Birkenrinde ein Brot backen können? Zweitens viel zu viel Tools und Spielzeuge, die sicherlich Kindern viel Spaß bereiten, aber für Erwachsene ungeeignet sind, um ernsthaft an Dingen zu arbeiten. Ich denke letzteres ist wohl vor allem der Erlebnispädagogik an und für sich zu verdanken. Viele Anbieter kommen einfach nicht von der Pädagogik weg, die sich ja ursprünglich und aus dem Griechischen kommend mit der Erziehung/ Bildung von Knaben/ Kindern beschäftigt hat. – Erlebnis ja, aber bitte nicht kindgemäß, sondern Erwachsenengemäß.

Ach ja damit war noch nicht Schluss. Als Höhepunkt des Tages kam Frau Vera F. Birkenbihl auf einem zierlichen Cityroller in den großen Saal der Juristerei eingefahren, um über die Bedeutung der Erfindung der Brille und des Wasserrades, den Bloom-Test und andere hilfreiche Dinge für uns als Lehrer, Outdoor-Trainer, Männer oder Frauen zu sprechen. Was Frau Birkenbihl bereits seit mehreren Jahrzehnten auf unterhaltsame Weise zu sagen hat, kann man z.B. auf Ihrer Seite nachlesen und auch hören: http://www.birkenbihl-insider.de/ .

Mein Gesamt-Resumee: das nächste Mal werde ich gerne wieder hingehen, dann aber etwas länger und nicht als Referent, damit ich mir auch einen Eindruck von den Angeboten machen kann, die eher in meine Richtung gehen.

Was haben Sie aus dem Kongress gelernt oder mitgenommen?

Draußen vor der Tür - Outdoor-Training und Co.

Montag, 01. September 2008 von Carsten Gans

“Draußen vor der Tür” ist eines der bekanntesten Stücke der sogenannten Trümmerliteratur, in dem Wolfgang Borchert seinen Kriegsheimkehrer Beckmann am Ende ohne Antworten auf seine Fragen auf den Stufen seines alten Elternhauses zurücklässt. Vor kurzem habe ich an ihn gedacht als ich im Fernsehen eine Dokumentation über einen Mann gesehen habe, den es nach der Heimkehr vom Krieg nicht lange im Dorf gehalten hat, weil er als erstes zu sich selbst kommen wollte. Also führte ihn sein erster Weg weder zu Verwandten noch zu Freunden sondern in den Wald, einem Platz, an dem er geschützt von Bäumen in seiner Stille sein konnte. Wäre Borcherts Beckmann nicht draußen direkt vor der Tür sitzen geblieben, sondern in die Natur gegangen, hätte er vielleicht eine Antwort auf seine Fragen bekommen.

Warum gelingt es Menschen häufig leichter, sich zu entspannen, zu sich zu kommen und Entscheidungen zu treffen, wenn sie in die Natur gehen? Eine beliebte Freizeitbeschäftigung in Deutschland ist es noch heute, spazieren zu gehen - nach dem Essen, mit dem Hund, am Sonntag, alleine, zu zweit, mit der buckligen Verwandtschaft oder der ganzen Hochzeitsgesellschaft. War in der Hochzeit der Romantik zu Beginn des 19. Jahrhunderts die romantische Landpartie ein Ausdruck der Sehnsucht nach grenzenloser Freiheit und als Gegenbewegung zum Zeitalter der Industrialisierung zu verstehen. So suchen wir auch heute noch den Ausgleich zum technisierten Alltag, zur Enge unserer Städte draußen vor der Tür in der Natur oder bei einer Urlaubsreise in ferne Länder.

Ich vermute, dass der Grund für diesen Drang nach draußen in unserer Geschichte zu finden ist. Bis vor wenige Hundert Jahre war es überlebensnotwendig, sich mit der Natur zu arrangieren, deren Ressourcen zu nutzen, Schutz zu suchen. Dabei haben wir gelernt, die Werte der Natur zu schätzen, denn sie Waren das wichtigste, was wir hatten. Auch wenn wir hier in Deutschland im Alltag scheinbar keine Natur mehr brauchen - schließlich gibt es Wohnungen mit Heizungen, Supermärkte und weitaus sinnlosere Errungenschaften - so werden wir doch das unbestimmte Gefühl nicht los, dass unsere Wälder, Wiesen, Bäche und Flüsse ein Teil von uns sind und wir uns gerne aufmachen, um uns ganz zu fühlen.

Alle noch dabei? - Aber was will uns der Gans damit sagen und was hat das mit Outdoor-Training zu tun? - Vielleicht alles!

Wenn wir unsere Persönlichkeit entwickeln wollen, sollte eine hierfür geeignete Lernumgebung:

> möglichst frei von Technik sein, da Menschen keine Maschinen sind und Technik von uns selbst ablenkt.

> ermöglichen, uns mit uns selbst zu beschäftigen und nicht mit unserer Umgebung.

Ich bin der Überzeugung, dass dies in einer natürlichen Umgebung sehr gut gelingen kann, da sie uns auf unsere Persönlichkeit reduzieren kann - fernab unseres technisierten Alltags - und Lernen frei von Zwängen und mit Hilfe (mittlerweile) ungewohnter Aufgaben ermöglicht.

Wenn Sie wissen möchten, was andere Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen, dazu sagen - hier einige Links zu Artikeln, Interviews und wissenschaftlichen Arbeiten:

Ich wünsche Ihnen eine fröhliche Zeit, Ihr Carsten Gans.