Unsere Emotionen begleiten uns täglich bei allem, was wir tun. Unsere emotionalen Erlebnisse aus der Vergangenheit - von dem Zeitpunkt an als wir geboren wurden bis heute - prägen unser Verhalten bewusst und unbewusst.
Ein paar konkrete Beispiele:
- Ich freue mich morgens beim Frühstück auf den Tag, z.B. weil ich meinen Partner nach einer Woche Abwesenheit wieder treffen werde. Wenn ich ihn dann sehe, freut er sich umso mehr, weil er in meinem Lachen und durch die Berührungen erkennt, dass ich mich wahrhaft riesig freue und ihn immer noch liebe.
- Ich empfinde Angst bei der Fahrt zur Arbeit, was sich z.B. in einem Unwohlsein im Bauch und evtl. Kopfschmerzen bemerkbar macht, vielleicht weil die Arbeit mir absolut keinen Spaß mehr macht oder weil ich dort wieder meinem autoritären Vorgesetzten begegnen werde oder weil ich dort eine unangenehme Situation erlebe/ vorfinde, die vom Rahmen her einem emotionalen Erlebnis aus meiner Vergangenheit sehr ähnelt - vielleicht nur weil ein Kollege so ähnlich wie mein Vater aussieht,…
Emotional intelligent zu handeln/ die Emotion kontrollierbar zu machen, kann im Angst-Beispiel bedeuten, dass ich:
- meine Angst als solche richtig erkenne (und z.B. nicht mit Müdigkeit verwechsle) und die körperlichen Folgen (Bauch-, Kopfschmerzen) damit in Verbindung bringe. - Also ich habe Bauchweh, weil ich Angst habe, vor dem was kommt.
- erkenne, woran es liegen kann, dass ich gerade Angst empfinde - Also z.B. der Arbeitsinhalt, der Vorgesetzte, der Kollege
=> Häufig gibt es allein schon durch das Identifizieren der Angst und das Erkennen möglicher Ursachen eine Besserung, weil die Angst nicht mehr unbestimmt/ vage ist, sondern konkret erklärbar und dadurch auch veränderbar wird. Angst wird meist durch Ungewissheit und Unsicherheit erzeugt.
=> Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, was ich weiter tun kann, um diese Angst in der Zukunft nicht mehr oder weniger stark zu empfinden. Was am besten funktioniert kann nur jeder selbst für sich herausfinden, z.B.:
- die positiven Seiten meiner Arbeit in den Vordergrund stellen
- das autoritäre Verhalten meines Vorgesetzten aus dessen Perspektive zu verstehen versuchen und dadurch relativieren
- das emotionale Erlebnis aus meiner Vergangenheit, an dem mein Vater beteiligt war rational und emotional aufzuarbeiten, um die aktuelle Situation davon zu unterscheiden und künftig losgelöst davon dem Kollegen offen begegnen kann.
- eventuell kann ich auch erreichen, dass sich meine Arbeit verändert, nachdem ich wieder normal/ ohne Angst mit meinem Vorgesetzten sprechen kann.
…u.a.
Im Beispiel wird Angst nicht im Handumdrehen in Liebe (zur Arbeit) umgewandelt, aber sie wird erklärbar und kann nach und nach schwächer werden und hinter die Freude zurücktreten oder ganz verschwinden.