Das Buch “Die Weiterbildungslüge” vom Psydonym Dr. Gris versucht mit 10 Punkten zu belegen, dass Weiterbildung nichts bringt. Folgende Thesen sind angeführt, zu denen ich hier Stellung nehmen möchte, denn Weiterbildung bringt was!
1. Seminare bringen nichts
Was für eine platte Verallgemeinerung. Da schwingt sich Dr.Gris auf, für alle und jeden zu sprechen, der schon einmal in einem Seminar gesessen war. Das es sicherlich genug Weiterbildungen gibt, die didaktisch nicht gut sind, oder von einer ungenügenden Lernatmosphäre geprägt sind, ja da stimme ich zu. Mit Generalisierungen von solchem Ausmass kann ich jedoch nicht einmal annähernd etwas anfangen.
2. Nur die Willigen sollten ins Seminar
Wer sonst? Und für die, die es nicht für nötig halten, oder nur widerwilig kommen, muss der Trainer in der Lage sein, sie zu öffenen und zu begeistern. Das gelingt vielleicht nicht immer, ist in meiner Arbeitsauffassung aber ein selbstverständlicher Teil der Arbeit.
3. Gruppendruck verhindert lernen
Massgeblich für die herrschende Gruppendynamik ist der Veranstaltungsleiter. Es würde mich wirklich interessieren, wie es in der Seminaren von Herrn Dr.Gris zu geht.
4. Nur Leidensdruck führt zu Lernerfolg
Wer hat denn diese gruselige These erfunden? Das schönste und tiefgreifendste Lernen erfolgt durch Lust und Leidenschaft und nicht durch Leiden!
5. Chefs verweigern Entwicklungsgespräche
Das mag sein, dann sind sie unsicher und haben selbst Entwickungsbedarf!
6. Chefs sind nicht konfliktfähig
dito zu Punkt 5
7. Personalentwickler sind Papiertiger
Das mag in gewissen Organisationen und Unternehmen so sein. Was hat das aber damit zu tun, dass Lernen Menschen weiterbringt?
8. Weder Gieskanne, noch Massanzug bringen was
Nach meiner Erfahrung bringt Gisskanne gar nichts, umso mehr der Massanzug!
9. Topmananger sind schlechte Vorbilder
Ja, da stimme ich zu. Frage ist nur weshalb? Weil manche in den oberen Etagen in Allmachstphantasien schwelgen und den Bezug verloren haben zum “Fussvolk”? Was hat das wiederum damit zu tun, dass Weitebildung nichts bringt. Gerade das sollte doch ein Ansporn sein, es besser zu machen und dazu zu lernen, wie man das bewerkstelligen könnte.
10. Trugschluss Bildungscontrolling
Sauber messbare Ergebnisse sind schwer zu erreichen, zumindest in einigen Bereichen der persönlichen Entwickung. Mittlerweile gibt es allerdings auch für diese Themen so genannte “Brigitte”-Tests, also vorher und nachher zu vergleichen und in eine Relation zu setzen.
Insgesamt scheint mir das Buch ein toller Marketing-Schachzug zu sein. Möge dem Psydonym-Autor Dr. Gris soviel Erfolg beschert sein, dass er seine Identität preisgeben kann und unbeschwert in die Diskussion einsteigen kann.