“Five Minds for the Future!”

Der Harvard Psychologe Howard Gardner hat ein interessantes Modell für Bildung und Wissen vorgegelegt, wie die Zeitschrift “Psychlogie heute” in Ihrer Ausgabe 06/09 berichtet. Five  Minds for the Future beschreibt fünf Bausteine der persönlichen Weiterentwicklung, woraus hervorgeht, dass die Zukunft der Bildung in der Persönlichkeitsentwicklung liegt.

Gardner beschreibt die fünf Denkarten wie folgt:

1. Diszipliniertes Denken

Es wird defininert mit drei Bausteinen, der Konzentrationsfähigkeit, dem Expertentum und der Beherrschung einer grundlegenden Disziplin, also beispielsweise einer Naturwissenschaft wie Mathematik oder Geschichte. Damit ist auch gemeint das eigene Weltbild permanent mit den vermeintlichen Realitäten abzugleichen und Generalisierungen weitgehenst zu vermeinden. Fachwissen steht also laufend auf dem Prüfstand und wird diszipliniert überprüft. Dadurch wird der Experte zum Meister und eben nicht zum Fachidioten. Diese Fähigkeit bedarf einen eher langen Lernprozess, wahre Meisterschaft braucht zur Reife oft Jahrzehnte. 

2. Synthetisches Denken

Mit synthetischem Denken ist das Vernetzen und Übertragen von Wissen gemeint. Es geht um das Erfassen von Zusammenhängen und der sich daraus ergebenden Möglichkeiten. Als besonders wichtige Methoden des synthetischen Denkens nennt Gardner auch narrative Elemente, wie Gleichnisse, Metaphern oder Aphorismen, die neue Bezüge zu Vorhandenem herstellen. 

3. Kreatives Denken

Die Fähigkeit Neues zu entdecken und zu erschliessen, mentale Grenzen zu überschreiten oder eine neue Perspektive zu generieren, sind im kreativen Denken Gardners aufgehoben. Raus aus den gewohnten Mustern und Routinen, rein in Fanatsie und Konstruktion neuer Gedanken und Ideen. Das erfordert übrigens bestimmte andere persönliche Eigenschaften, wie Kritikfähigkeit, Selbstbehauptung und auch Ausdauer und Kraft.

4. Respektvolles Denken

Die Welt wird bevölkert von vielen anderesartigen Menschen, die einzigartig und gleich wertvoll sind. Das ist der Grundtenor des respektvolken Denkens. Niemand kann alleine überleben, nur das Funktionieren des Systems garantiert Entwicklung. Ein eher systemisches Denken also, welches sich nicht an Bedingungen klammert, wie: “Wenn Du das erledigt hast, bist Du gut oder schlecht.”

5. Ethisches Denken

Das ethische Werte-Gerüst, welches sich mit den Fragen beschäftigt: Wer bin ich? Wie lebe ich anständig? Wie lebe ich sinnvoll im Beruf und dem Privaten? Hier geht es also um die persönliche Erfüllung, der Sinnhaftigkeit des Daseins.

Nach Gardner muss sich persönliche Entwicklung innerhalb dieser fünf Denk-Weisen abspielen, um wohlgeformt und umfassend gewinnbringend zu sein. Ein wie ich finde praktikabler Ansatz, um sich für die eigene Persönlichkeitsentwicklung Gedanken zu machen.

Hier noch der Literaturhinweis: Howard Gardner, Five Minds for the Future, Havard Business School Press 2009…….

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