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Lebewesen des Jahres

Montag, 01. September 2008 von Carsten Gans

Baum des Jahres 2008 – die Walnuss

Seit 20 Jahren gibt es ihn nun schon – den Baum des Jahres. Freilich ist es jedes Jahr ein anderer. Nach der Waldkiefer im letzten Jahr steht dieses Jahr die Walnuss im Mittelpunkt. Als Schirmherren für die Walnuss wurde ein bekannter Name gewonnen, der sich seit vielen Jahren für den Natur- und Umweltschutz einsetzt: Prof. Dr. Günther Fielmann, der Gründer und Vorstandsvorsitzende der gleichnamigen Fielmann AG. Für jeden Mitarbeiter pflanzt er jedes Jahr einen Baum. Mittlerweile sind auf diese Weise mehr als 800.000 Bäume und Sträucher angewachsen. – Wer hätte das gedacht. Der Walnussbaum ist mit seiner silber-grauen Rinde schön anzusehen, spendet Schatten von Mai bis in den frühen Herbst – also ideal für den Garten – und versorgt seinen Besitzer über seine Walnüsse mit reichlich Fett (ca. 60%), Eiweiß (20%), Vitaminen B1, C und etwas B2, A und E sowie mit vielen Mineralstoffen. Seine Inhaltsstoffe gelten als blutreinigend, nervenstärkend, schweißregulierend, Leistung steigernd und Konzentration fördernd. – Also ein schöner und nützlicher Baum, immer noch sehr beliebt als „Hausbaum“. Dass Nussbäume höchstens ca. 150 Jahre alt werden, erklärt, dass ein ebensolch mächtiger Baum während meiner Kindheit im Hof meiner Großeltern fallen musste – damals für mich völlig unverständlich und ein Anlass für stille Trauer an einem schönen Sommertag.

Und hier noch ein wichtiger Hinweis für alle, die scheinbar unlösbare Schwierigkeiten mit ihren Partnern, Arbeitskollegen oder Vorgesetzten haben… Die Giftpflanze des Jahres ist die Herkulesstaude. – Allzu hoffnungsfrohe Choleriker muss ich aber gleich wieder enttäuschen – die Staude hat keine lebensbedrohliche Wirkung. Allerdings führt bereits leichter Hautkontakt mit der Pflanze in Kombination mit nachfolgender Sonneneinstrahlung zu schweren Hautschädigungen. – Also Vorsicht, wenn Sie ihr begegnen, denn das Gegenmittel des Jahres wurde noch nicht gekürt.

Wir bleiben gleich beim Thema – Arzneipflanze des Jahres 2008 ist die Rosskastanie. Sie kann gegen Beschwerden bei chronischen Venenleiden eingesetzt werden – wie aus der Werbung bekannt. Als Baum hat die Rosskastanie eine lange Geschichte als Arznei- und Nutzpflanze, was auch dazu führte, dass sie bereits im Jahr 2004 zum Baum des Jahres 2005 ernannt wurde.

Heilpflanze des Jahres ist der Lavendel . Er sind nicht nur gut aus und duftet sehr schön – und das nicht nur in der Provence. Er hat kann mit seiner beruhigenden und entspannenden Wirkung in Form von ätherischem Öl, als Badezusatz, im Kräuterkissen, als Tinktur oder Tee, aber auch als aromatisches Würzkraut nach den alltäglichen Belastungen zum wohltuenden Genuss werden. – Vielleicht hat er auch noch das Zeug dazu, in ein paar Jahren zur Arzneipflanze des Jahres aufzusteigen.

Und welche Pflanzen noch gekürt wurden:

Gemüse des Jahres ist der Gartensalat – kein Witz!

Orchidee des Jahres ist das Übersehene Knabenkraut.

Pilz des Jahres ist der Bronze-Röhrling, den es bei uns nur ganz selten gibt.

Staude des Jahres ist die Sonnenbraut (Helenium).

Streuobstsorte des Jahres ist die Spanisch Braune – übrigens ein Kirsche!

Tier des Jahres in Deutschland ist der Wisent oder auch europäisches Bison genannt, den man in Osteuropa auch in freier Wildbahn beobachten kann. Tatsächlich ist auch für das kommende Jahr eine Auswilderung in Deutschland geplant, allerdings nicht im Spessart sondern im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen. Wer bis dahin nicht warten möchte, kann Wisente auch bei uns in verschiedenen Tierparks beobachten – zum Beispiel ganz in unserer Nähe im Eulbach-Park im Odenwald, direkt an der B47 (Nibelungenstraße) zwischen Michelstadt und Amorbach.

Doch zum Schluss das wichtigste – der Mensch des Jahres 2008 ist…

nicht bekannt und es findet sich scheinbar außer einer paar regionalen Vereinen und Gemeinden und den gewohnt größenwahnsinnigen amerikanischen Medien keinen Übermotivierten, der sich ernsthaft traut, einen Menschen des Jahres zu küren. Da klingt es schon sehr ambitioniert und auch etwas rührselig, dass nun Singapur seinen glücklichsten Menschen des Jahres küren möchte – aus der Not geboren, da die Singapurianer nach Umfragen zu den unglücklichsten Menschen zählen. Sie fühlten sich zuviel Stress ausgesetzt, unter anderem weil sie sich ständig um ihre Finanzen sorgten – ihre größte Angst sei es, nicht genügend Geld zu haben, um in Würde alt zu werden. Kurz vor der Kür haben sich angeblich noch keine 100 Kandidaten gemeldet – man hätte es ahnen können. Da lobe ich mir doch unseren guten alten Nussbaum – er wird in Würde 150 Jahre alt und meckert nicht, wenn ihn dann die Kettensäge holt. Falls Sie Ihrem Menschen des Jahres über den Weg laufen sollten, so würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mir davon erzählen. Ich werde dann gerne im letzten Newsletter des Jahres im Rückblick davon berichten – denn da gehören „Lebewesen“ des Jahres ja wohl hin.

Mit schönen Grüßen in gutes Jahr, Ihr Carsten Gans.