Vorgesetzter ist angeblich das Problem Nr.1

Erste Ergebnisse einer Online-Befragung der Ruhr-Universität Bochum (RUB) werfen ein schlechtes Licht auf die Leistung von Führungskräften in deutschen Unternehmen. Weit mehr als die Hälfte der bislang rund 3.500 Teilnehmer ist unzufrieden mit der Führungsarbeit ihres Chefs. Über 56 Prozent von ihnen benoteten den Chef auf einer Skala von 0 bis 9 im unteren Drittel. 23 Prozent gaben ihren Vorgesetzten sogar die negativste mögliche Bewertung. …

http://www.inqa.de/Inqa/Navigation/themen,did=251344.html

Diese Auswertung bestätigt einige andere Umfragen, in denen Führungskräfte nicht gut weg kommen. Meines Wissens sind die Feedbacks, die von vielen Unternehmen intern gesamtheitlich gefahren werden, wesentlich positiver für die Vorgesetzten.

Worin liegt also die Diskrepanz?

Ich nehme an, dass sich an den offenen Umfragen schwerpunktmäßig Mitarbeiter beteiligen, die mit Ihrem Vorgesetzten nicht zufrieden sind.  Da ist es einfacher, anonym seine Bewertung abzugeben, als in einem offenen Feedback an den Chef, oder?

Viele Grüße, Rolf Söder

Eine Antwort zu “Vorgesetzter ist angeblich das Problem Nr.1”

  1. Ulrike Rheinberger sagt:

    Astrid Schreyögg, die Grande Dame des Coaching sagt in ihren öffentlichen Life-Coachings gerne (sinngemäß), dass über Vorgesetzte sowieso immer gemeckert wird. Möglicherweise gehört es teilweise zur Funktion eines Vorgesetzen als Projektionsfläche für Unzufriedenheiten aller Art zu dienen?
    Vorstellbar ist ja z.B. dass Vorgesetzte in dieser Umfrage auch Unzufriedenheiten abkriegen, deren Wurzeln gar nicht in ihrem individuellen Führungsverhalten zu finden sind, sondern etwa in der Unternehmenskultur und Unternehmenspolitik, in Druck und Veränderung des Marktes, in zunehmenden Ängsten bei „Ungehorsam“ ganz aus dem Unternehmen oder dem Arbeitsmarkt zu fliegen.
    Man müsste sich die Studie schon im Detail anschauen zu können um zu beurteilen, was sie aussagt und mit welchen anderen Ergebnissen man sie vergleichen kann.
    Beste Grüße
    Ulrike Rheinberger

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